Stierkampf – wenn das „olé“ zum „ade“ wird

Am Freitag, den 13. August traf sich viel gemischte Aufregung an der Stierkampfarena in Palma; aufgeregte Kartenverkäufer, aufgeregte Fernsehteams, aufgeregte Kinder, aufgeregte Erwachsene und aufgeregte Polizei. Am ruhigsten waren wahrscheinlich die Stiere, obwohl sie die wahren Opfer des Anlasses waren und allen Grund zur Aufregung gehabt hätten. Doch bevor sie überhaupt zum Zuge kamen, fand der eigentliche Kampf vor den Toren statt.
Leicht genervte Kartenverkäufer durften kurzfristig keine Eintrittskarten an Kinder verkaufen – immerhin kam die Weisung von Regierungsseite doch schon mittags. Die Fernsehteams hatten die Besucher mit Eintrittskarten im Visier, die sie mit der kreativen Frage „sie wollen jetzt da rein gehen?“ in Aufregung versetzten. Verwirrte Kinderaugen zeigten sich aufgrund nicht mehr vorhandenen Eintrittskarten und dem damit verlorenen Familienabend traurig. Schuld an der ganzen Aufregung waren die schreienden Erwachsenen, die für nervöse Polizisten, ängstlichen Kinder und verwirrte nicht schreiende Erwachsene sorgten. Mit ihren Plakaten stempelten sie alle Besucher pauschal als Mörder ab. Einfach so, ohne sie weiter zu kennen.
Beschuldigen ist ja ach so einfach! Vor allem ohne Nachzudenken, denn wer vor der Stierkampfarena den Mund aufreisst, sollte zuhause keinen Hund an der Kette haben und auf Fleisch aus dem Supermarkt verzichten. Sonst wird sein Geschrei schnell peinlich, weil ein taffer Stierkampfbesucher vielleicht die Frage stellen könnte: Was ist schlimmer: ein Stier mit einem schönen Leben aber grausamem Tod oder ein Huhn in grausamer Aufzucht mit schnellem Tod?
Übrigens – Heida Bert war unter den Besuchern, wenn auch nicht lange! Es ist einfach zum Heulen, wenn eine ganze Meute hübsch geschmückter Männer über einen einsamen nackten Stier herfällt.
Meine Meinung ist einfach: alles und jede Tradition ist olé, solange weder Mensch noch Tier leiden müssen. Ade zu allem, was Leiden schafft – auch zu Demonstrationen, die Angst und Schrecken verbreiten!
Deshalb lasst Stiere und schön geschmückte Menschen in der Arena um die Wette rennen. Dann muss Heida Bert nicht weinen, Kinder haben ihren Spass, Stierkampfgegner und -fans können sich gemeinsam und friedlich zusammen auf den Rängen tummeln und die Polizei muss nur unaufgeregt das Verkehrschaos regeln.

4 Antworten zu Stierkampf – wenn das „olé“ zum „ade“ wird

  1. Du sprichst mir so aus der Seele! Grauenvoll…..
    Wie die Corida in Madrid zeigte, haben wohl auch die Stiere langsam genug von der schlechten Behandlung und nehmen die Angelegenheit in ihre Hufe…
    Sophia

  2. Liebe Heida,
    auch ich muss Dir zustimmen. Ist der Stierkampf zum Austoben der Tiere, ohne den Stier zu toeten, ist das voellig in Ordnung. Aber nicht dieses kaltbluetige Abschlachten welches nur Tierquaelerei bedeutet dann ist auch diese Tradition in meine Augen einfach mal veraltet und passt nicht mehr in die heutige Zeit.
    Ich frage mich ernsthaft, worauf der Torero, welcher den Stier zum Schluss toetet ueberhaupt stolz ist. Er muss sich schliesslich nur noch einem voellig kraftlosen Tier stellen, welcher schon soviel Blut verloren hat und gar nicht mehr kann.

    Einfach nur grausam!!!!

    Claudia

  3. man sollte ganz mit dem sch*ß aufhören, Die Tiere wollen einfach nur ihre Ruhe haben und sich wenn überhaupt in der Natur oder auf einer Weide austoben und brauchen keine Menschen dazu die sie bis auf das Blut reizen, diese Art von zuschau stellen ist einfach ekelhaft. Viele Grüße, Der Partyboy

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