Libyen – Wenn Erwachsene mit der Macht spielen

Da sitze ich vor den Nachrichten und stelle mein gesamtes Erziehungsbild in Frage. Mühevoll versuche ich meinem Kind beizubringen, wie es sich im Falle eines Angriffes zu benehmen hat. Ich habe eingesehen, dass manchmal ein Gegenschlag die gesündere Alternative ist. Aber nur, wenn er intelligent durchgeführt ist. Schlägt ein Kind das andere ins Gesicht und das holt zum selben Schlag aus, dann hat zwar ein Kind angefangen, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass BEIDE diesselbe Dummheit begangen haben. Es ist egal, wer anfängt, beide gehören gemassregelt. Erzieherisch könnte das heissen, wenn dich ein Kind ins Gesicht schlägt, dann tret im kräftig auf den Fuss. Das tut auch effektiv weh, ist aber weit weniger hinterlistig und gefährlich. Greift das kampflustige Kind weiter an, dann gilt es andere Strategien auszutüfteln, die nur einem Gesetz gehorchen sollten: Intelligenter handeln und zeigen, dass es auch anders geht.

In Libyen hat der machtgierige Regent angefangen Bomben zu schmeissen und nun werfen diverse Nationen munter mit. Mit welchem Recht und welcher Absicht ist mir egal. Da wurde mal wieder der einfach und schnelle Weg ausgesucht: Bomben von oben werfen und gleichzeitig das teuer erforschte Waffenarsenal unter Beweis stellen, damit bald Neues nachbestellt werden kann. Fazit ist, dass beide Gegener bomben und morden. Der Grund dafür ist doch egal. Es ist mal wieder pures Kräftemessen auf gleich niedrigem Nivau.

Wie soll nun bitte das in der Tat unterdrückte Volk verstehen, wer die “bessere” Kampfpartei ist? Antwort: Natürlich nicht möglich, denn hier gilt mal wieder nur, dass der waffentechnisch Stärkere die Oberhand bewahrt. Und eines mit Sicherheit bewirkt: das ohnehin schon gespaltene Volk wird unwiderruflich in zwei Gegnerlager zerteilt.

Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand ist klar:  Gaddafi mit Bomben einzuschüchtern ist lachhaft. Das Gegenteil wird der Fall sein; seine bisher offensichtliche Machtgier wird nun dank Wut und Zorn eine noch fiesere Variante annehmen. Wird er getötet, dann ändert das nichts, denn er hat schon erfolgreich gesäht. Sein Volk? Wem soll es glauben? Den “guten” oder den “schlechten” Bomben?

Auf jeden Fall ist die kriegerische Weltpolitik KEIN Vorbild für Kindererziehung.  Die Botschaft ist klar: Draufhauen und alles tun, dass deine Faust die stärkste ist. Oje – arme Welt!

2 Antworten zu Libyen – Wenn Erwachsene mit der Macht spielen

  1. Auf die Gefahr hin in Ungnade zu fallen, natürlich lässt sich darüber diskutieren, ob die Angriffe zielführend sind aber der Artikel gibt einen sehr uninformierten Blick wieder, die UNO wollte das Libysche Volk vor seinem Diktator schützen!!!

    • Das Risiko bei mir in Ungnade zu fallen, ist gering;-). Schon gar nicht mit deiner Meinung, denn schlichtweg schreibe ich, was ich denke und du auch. Wenigstens denken wir! Und wenn ein Vertreter der UNO hierzu seine Meinung abgeben möchte, dann sage ich nur “herzlich willkommen”.

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