Nächtliches Joggen mit Angst und Handtasche

9 Okt Jogging woman

Der Beweis ist erbracht: Angst beflügelt und macht in Ermangelung von Flügeln schnelle Beine. Natürlich ist eine ungewollte und damit spontane Situation die Vorraussetzung einer derartigen Beweisführung. Und die kann auf den ersten Blick harmlos aussehen. So wie in meinem Fall, wenn Kurzsichtigkeit auf Bus und grippebedingte Erschöpfung trifft.

Jogging womanDer Mittwoch fängt perfekt an: Meine Grippe und mein Terminbuch sind sich einig. Beide sind in Höchstform und fordern meine volle Aufmerksamkeit. Dumm nur, dass ich nicht beiden die selbe Aufmerksamkeit widmen kann. Folge ich meiner laufenden Nase und dem schmerzenden Kopf, dann landen Grippe und ich auf dem Sofa. Folge ich meinem Terminbuch, dann lande ich am Schreibtisch und bei den Kunden. Mein Terminbuch hat die überzeugenderen Argumente, denn jeder Termin bringt das dringend benötigte Geld. Meine Grippe ist beleidigt, macht sich lästerlich bemerkbar und will nicht verstehen, dass ich sie ohne Geld an Wirkung verliert, weil unbezahlte Rechnungen grippeähnliche Symptome erzeugen können.

Mit viel Ingwertee versuche ich meine Grippe etwas zu besänftigen und widme mich meinem Terminbuch und meinen Kunden. Beide kooperieren prächtig und halten mich derart auf Trab, dass meine Grippe in den Hintergrund gedrängt wird. Ein kurzes Aufbegehren ihrerseits am Nachmittag bringe ich mit einem kleinen Sofapäuschen unter Kontrolle. Computer, Termine, und Kundenbesuche bringen mich in Hochstimmung trotz laufender Nase. Ich werde diesen Tag schaffen und verspreche meiner Grippe, dass sie eine ganze Nacht und einen kompletten Vormittag lang meine volle Aufmerksamkeit bekommt.

Alles läuft super, mittlerweile ist es 22 Uhr, mein letzter Kundentermin war erfolgreich und meine Nase scheint sich an den Dauerbesuch von Taschentüchern gewöhnt zu haben. Ich stehe an der Bushaltestelle. Den 22 Uhr Bus schaffe ich! Noch 20 Minuten Busfahrt und Grippe und ich können uns gemütlich auf das Sofa kuscheln. Ein Bus nach dem anderen kommt, doch meiner ist nicht dabei. Laut Anzeige müsste er längst da sein. Endlich biegt er um die Ecke. Alle, – und damit auch ich – die wir noch an der Bushaltestelle stehen, steigen ein. Ich sehe einen freien Platz und bin glücklich, nicht stehen zu müssen. Da kann ich doch gleich noch den Bericht für morgen fertig machen. Konzentriert mache ich mich an die Arbeit. Ein Blick auf die Uhr, noch ein paar Minuten, und ich bin daheim. „Daheim“, was für ein schönes Wort und heute besonders verlockungsvoll. Ich freue mich.

Doch plötzlich schrecke ich auf. Der Bus biegt ab. Viel zu früh. Ich schaue aus dem Fenster und sehe eine Tankstelle. Die kenne ich nicht. Und überhaupt, weshalb steigen alle aus? Irgendetwas läuft hier falsch und was, das muss mir jetzt der Busfahrer sagen. Mein „wo bin ich hier?“ scheint den guten Mann völlig aus dem Konzept zu bringen. Ich helfe mit „das ist doch die Linie 14?“ nach. Vermutlich steht mir meine totale Desorientiertheit fürchterlich im Gesicht, denn seinem „oh nein, das ist die 16“ lässt er eine freundliche Vollbremsung folgen und rät mir mit der „3“ wieder in die Stadt zurück zu fahren und schiebt ein wenig ermutigendes „ob Sie dann allerdings der 14er noch fährt?“ hinterher.

Ich steige aus und stehe da. Mittlerweile ist es kurz vor halb elf und die Gegend mit geschlossenen Grossmärkten samt der Tankstelle wenig vertrauenserweckend. Auf die Linie 3 zu warten überzeugt mich nicht. Da sehe ich das Schild. Diesen Grossmarkt kenne ich! Der Erleichterung über die wieder gefundene Orientierung folgt das nüchteren Kalkül, dass ich rund sechs Kilometer von meinem Zuhause entfernt bin. Nachts, müde und ohne Auto eine sehr ernüchternde Erkenntnis. Aber ich kenne den Heimweg. Ein Taxi ist auch nicht in Sicht und totzig beschliesse ich, auch keines zu suchen, denn meine Dummheit soll nicht die Arbeit der letzten Stunden verschlingen.

Entschlossen mache ich das Einzige, was mich in diesem Moment überzeugt. Ich überquere die breite Strasse und renne los. Meine Handtasche unter den Arm gequetscht tauche ich in eine der Nebenstrassen ein. Die Strasse ist menschenleer. Kaum ein Auto fährt, aber sie liegt lang, gerade und direkt in Richtung Zuhause führend da. Ich renne, beseelt von dem Gedanken, dass mich jeder Meter näher an mein Ziel bringt. Ich komme auf eine weitere Strasse, hier sind ein paar Menschen unterwegs, denen ich unendlich dankbar bin, dass sie mich mit Ihrer Präsenz weniger einsam fühlen lassen. Ich trabe wild entschlossen weiter und komme an einen Kreisverkehr. Zusammen mit diesem lasse ich auch den bewohnten Stadtteil hinter mir. Ich stoppe kurz. Die Strasse vor mir verschwindet in der Dunkelheit. Ich weiss was kommt. Ein langes Stück durch Brachland.

Die Strasse ist schmal, links und rechts eine Mauer. Ich sehe kaum den Boden und bin auf das Licht der entgegenkommenden Autos angewiesen. Ich renne wieder los. Diesmal schneller. Entgegen der Fahrtrichtung, denn ich muss die Autos sehen, weil sie mich in der Dunkelheit garantiert nicht sehen können. Ich renne auf dem Asphalt. Jedesmal wenn ein Auto kommt, quetsche ich mich an der Mauer. Da bin ich selten alleine, weil dichtes Dornengestrüpp sich schon längst vor mir breit gemacht hat. Irgendwann muss eine Tankstelle kommen und damit mein nächster Zivilisationspunkt. Die Angst macht mich schnell, denn was mache ich, wenn ein Auto anhält? Ganz besondere Feinde sind die Gesellen auf ihren ratternden Motorrädern. Von denen gibt es hier einige, weil dieses Brachland voll wenig vertrauenserweckender Häuser samt Insassen ist.

So alleine in der Nacht mutiere ich zum Menschenfeind. Jeder wird mir unheimlich. Und mir ist es im Moment auch egal, ob ich damit jemanden Unrecht tue. Ich will nur heim! Die Tankstelle müsste schon längst da sein. Meine Zivilisationshoffung! Leichte Panik beschleicht mich. Dann sehe ich sie. Das heisst, fast nicht. Sie ist bereits geschlossen, damit nur notdürftig beleuchtet und gruselig. Von wegen Zivilisationshoffung und Atempause! Ich muss weiter. Mittlerweile kann ich kaum noch schlucken. Meine Kehle ist trocken, meine Beine werden schwer. Nächster Hoffnungsschimmer das Industriegebiet mit einer 24h Klinik. Dort endlich ein kurzer Moment von Sicherheit, der meinen Puls senkt und es mir erlaubt, ein paar hundert Meter zu gehen. Da schöne Momente immer viel zu kurz sind, endet dieser auch viel zu schnell an der Ausfahrt auf die Landstrasse, die direkt in mein Dorf führt.

Nur noch etwa zwei Kilometer trennen mich von meinem Heim und dem Gefühl von Sicherheit, dass ich lange nicht mehr so schmerzlich vermisst habe. Ich atme durch. Die Landstrasse ist breit, viel befahren aber im Moment ist mir das kein Trost. Im Gegenteil. In jedem Autofahrer spüre ich einen möglichen Feind, der beim Anblick einer nächtlich rennenden Frau mit Handtasche auf die dümmsten Gedanken der Welt kommen könnte. Diese Gedanken müssen weg, denn sie hemmen mich. Also stelle ich mir vor, dass jeder Autofahrer das selbe Ziel hat wie ich, einfach schnell nachhause zu kommen. Jetzt geht mir das Rennen an die Substanz. Meine Beine scheinen sich mit steifmachenden Bleigewichten zu füllen. Mein Dorf ist noch nicht in Sichtweite. Ich behelfe mich mit den Strassenpfosten. Jeden, den ich passiere, bringt mich meinem Ziel näher.

Die letzte Kurve. Ich sehe den Kreisverkehr vor meinem Dorf. Eine Grossbaustelle hat ihn eng gemacht und die Absperrungen sehen keinen Platz für Fussgänger oder nächtlich rennende Frauen vor. Ich hole noch mal tief Luft, fixiere die Lichter der ankommenden Autos und warte auf eine Lichtlücke. Das ist mein Moment. Der Kreisel liegt hinter mir und ein kleiner Trampelpfad führt mich direkt in das Dorf. Halleluja! Ich bin glücklich! Noch nie war ich so dankbar, nachts durch mein Dorf gehen zu können. Dort die Bar, in der noch Menschen auf der Terasse sitzen, da der Nachbar, der gerade seinen Hund Gassi führt. Die Jugendlichen, die noch an der Ecke herum hängen. Ich bin da! Ich habe es geschafft!

Unglaublich glücklich und zufrieden, mit hochgelegten Beinen und einem dampfenden Tee vor mir, ziehe ich meine Sofa-Bilanz:

  1. Diese Lektion war hart, sehr hart, dafür umso lehrreicher.
  2. Mein Sofa ist kaputt. Abgeschlissen ist es schon lange. Seit ein paar Tagen macht es ein langer Riss auf dem Sitzkissen richtig unansehlich. Ein neues Sofa ist zur Zeit nicht im Budget. Ein Gedanke, der mich jeden Tag trifft, da ich mein Sofa jeden Tag sehe und der ab sofort ganz anders ist: mein Sofa, mein gemütliches Sofa, mein sicherer Platz!
  3. Von wegen Angst ist lähmend. Angst kann ein wunderbarer Antrieb sein, wenn das Ziel stark ist.
  4. Wenn das grosse Ziel nicht in Sichtweite ist, dann hilft es, kleine Ziele – wie Strassenpfosten – zur Hilfe zu nehmen.
  5. Daheim ist da, wo ich mich sicher fühle. Völlig wurscht, wie es daheim aussieht.
  6. Der Gedanke „ob ich das schaffe“ bringt gar nichts. Nur mit „ich schaffe das“ funktionierts.
  7. War das fahrlässig? Warum? Eine Strasse beisst nicht, Autofahrer fahren nicht auf der Landstrasse um anzuhalten. Nächtliche Dunkelheit heisst nur, dass die Sonne gerade nicht da ist. Gesunde Beine sind zum Gehen und Rennen da.

Trotzdem: diese Lektion war hart und ich hoffe, Sie nicht wieder holen zu müssen!

Ferien auf Mallorca – Landhaus bei Palma mit viel Charakter

29 Mai Mallorca-Urlaub by Heida Bert

Liebe Mallorca-Traumurlaubsuchende,

Sommerfeeling pur: Wohn-Ess-Küche-Bar direkt am Pool.

Sommerfeeling pur: Wohn-Ess-Küche-Bar direkt am Pool.

dieses Ferienhaus darf ich persönlich empfehlen, denn die Eigentümer sind liebe Bekannte von mir und möchten ihr Ferienobjekt nur an ausgesuchte Kunden vermieten. Die Eigentümer sind eine super sympathische Familie. Das Haus haben sie liebevoll renoviert und ausgestattet, denn sie nutzen es auch selbst, wenn es nicht vermietet ist. Das hat für die Feriengäste den unglaublichen Vorteil, dass sie ein komplett eingerichtetes und wohnliches Haus vorfinden, das authentische Mallorca geniessen können und auf Wunsch ganz viele Serviceleistungen bekommen. Die Familie besitzt ein Boot und ist gerne bereit, für ihre Gäste einen Ausflug zu organisieren.

Das Haus befindet sich in einer ruhigen, kleinen Siedlung auf dem Lande – direkt hinter Palma. Eine geniale Lage für alle, die ländliches Ambiente mit der Nähe zum riesigen Angebot in Palma kombinieren wollen.

Und das Allerbeste: Wer Lust auf besondere Erlebnisse und „Urlaub unter Freunden“ hat, den verwöhne ich mit meinen Einfällen und meiner Unterhaltung. Denn ich liebe es, netten Menschen aussergewöhnliche Urlaubserlebnisse zu schenken.

Da die Eigentümer kein Deutsch sprechen und ich das Objekt sehr gut kenne, stehe ich mit Rat und Tat zur Verfügung. Das Haus wird in der Hochsaison von Juni bis September für 1.350€ (7 Tage) vermietet. Und keine Sorge, bezahlt wird direkt an die Eigentümer – ich kümmere mich daram, dass alles perfekt läuft und euer Urlaub vom ersten Moment ein traumhaftes Erlebnis wird. Schreibt mir einfach an: mallorcabuch(at)gmail.com.

Eure Heida Bert

Das könnte euer Ferienhaus auf Mallorca sein:

 

Achtung Sklavenvirus!

7 Mai

Lenavida hat die Virenpanik erfasst. Die Viren haben ihre Freunde fest im Griff und deren Genesung liegt in weiter Ferne. Gegen den modernen Sklavenvirus gibt es keine Impfung. Verzweifelt schreibt sie an ihren Freund Harry.

Hallo Harry,

ich sitze vor meinem Computer und versuche zu arbeiten. Es funktioniert nicht. Die Sonne scheint, das Meer sprüht vor Energie und die ersten Mandelblüten zeigen sich mutig. Trotzdem sind meine Gedanken trübe und schwer. Heute habe ich Hans getroffen. Du weißt schon, den Immobilienmakler. Hans ist am Ende. Er verkauft nichts. Und weil die Kunden ausbleiben, bleibt er jetzt auch länger aus und ertränkt seinen Kummer abends in der Kneipe. Ja, du hast richtig gehört, der sportliche, optimistische Hans. Eva geht es auch nicht besser. Mittlerweile steht unsere Vorzeigegeschäftsfrau schon mit dem Fernglas vor ihrem Schmuckladen, damit sie mögliche Kunden erspähen kann. Die fröhliche Maria ist vom Frust befallen, weil ihr Mann ihre Kreditkarte limitiert hat. Harry, unserer Freunde sind glasklar vom modernen Sklavenvirus befallen. Vielleicht habe ich den mittlerweile auch schon. Lach nicht, dass ist durchaus ernst! Harry, dieser Virus lässt sich nicht auf dem Sofa mit einem Griff zur Bierdose vertreiben. Das weiß dieser Virus geschickt zu verhindern. Er schleicht sich in das Gemüt und macht die Geldprobleme größer und wichtiger als sie sind. So groß, dass kein Raum mehr für die kleinen Ablenkungen mit ihren glücklichen Momenten bleibt. Hans macht keinen Sport mehr, weil er seinen Personaltrainer nicht mehr bezahlen kann. Evas Schmuck verstaubt, weil sie sich nicht mehr an seinem Glanz erfreut und Maria geht nun überhaupt nicht mehr einkaufen.

Weißt du Harry, was mich besonders traurig macht? Die meisten Opfer des modernen Sklavenvirus sind gebildete, intelligente Menschen, die alle Möglichkeiten hätten, glücklich zu leben. Der moderne Sklavenvirus basiert nämlich auf einer einfachen Formel; er befällt die Menschen, deren glückliche Momente reichlich Geld kosten. Ist das Geld weg, sind die glücklichen Momente weg und dann wird es richtig gefährlich. Denn die Sklavenviren sind getreue Diener so genannter Krisen und wissen diese, richtig groß zu machen. Harry, was meinst du? Wir sollten unsere Freunde etwas aufmöbeln. Hans schicken wir zum kostenlosen Joggen an den Strand und mit einer neuen Idee zu seinen Kunden; Eva sollte ihre Zeit im Laden nutzen, ihre Kunden in die Geheimnisse der Schmuckkunst einzuführen und Schmuckparties machen; der lieben Maria werden wir zeigen, wie man auf den Dorfmärkten teuer aussehende Schnäppchen machen kann. Zum Anfang machen wir die Hausparty – die Zeit ist da und die Lust zum Feiern lässt sich nie lange bitten. Ja, Harry – zum Glück gibt es Heilung. Doch wie bei Grippe ist dafür etwas Geduld und Disziplin nötig. Doch wer dem Sklavenvirus entwischt gewinnt garantiert!

In diesem Sinne werde ich mich nun bei einem café con leche in meiner Lieblingsbar und Gedanken an meinen allerliebsten Harry gegen den Sklavenvirus immunisieren und Ideen in Angriff nehmen, für die genau jetzt die Zeit reif ist.

Deine Lenavida

Kilos und Diäten

4 Mai Kilos und Diäten

Unersättlich ist der Erfindungsgeist, wenn es darum geht Diäten zu kreieren. Gerade jetzt im Frühjahr haben Diäten Hochkonjunktur. Und das seit Jahrzehnten. Eine Industrie mit nie endenwollender Zukunft. Denn so wie auf den Winter unweigerlich der Frühling folgt, wird Jahr für Jahr den im Winter liebevoll genährten, unter Pullovern verhüllten Speckröllchen mit den ersten Sonnenstrahlen der Kampf angesagt.

Kilos und Diäten

Kilos und Diäten

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen kommt die Panik, denn Speckröllchen und Bikini wollen sich einfach nicht vertragen. Wunderbar, dass die Titelseiten bekannter und unbekannter Journale die Lösung anbieten. Dieses Gerangel um die beste Diät verfolgt mich seit Jahrzehnten und ich bin immer wieder erstaunt, wie diverse Diäten geradezu religiöse Züge annehmen. Das Schlimme daran, es gibt kein Entkommen. Für niemanden. Auch für mich nicht, obwohl die Natur mich mit einem Verbrennungsgen ausgestattet hat, Weiterlesen

Mein Freund, der Computer

25 Mrz Computer

Herrlich wie billig in Zeiten der Bits und Bites ein Umzug wird. Nur ein Wochenende hat es gedauert, mit meinem Haus umzuziehen und gekostet hat es etwas Strom und 6 € für die neue Adresse.

Gewichte musste ich keine stemmen, dafür deutlich mehr Hirnleistung bringen, als die Befüllung eines Möbelwagens erfordert. Eine Webseite mit einem echten Haus aus Mauern und Dach zu vergleichen, erscheint im ersten spontanen Gedankensatz abwegig, doch wenn diesem weitere Gedankensätze folgen, wird der Vergleich erschreckend plausibel. Ich verbringe mehr Zeit in meinen verschiedenen Webplätzen als ich wohnend meine reales Haus nutze. Dieses bietet mir zur Zeit lediglich das Dach und das Sofa, damit ich nicht auf der Strasse hockend meinen Computer dirigiere. Oder mich von diesem dirigieren lasse? Meine Güte, womöglich bestimmt mein Leben derzeit ein Computermacho? Klar, dass da Machos auf zwei Beinen das Nachsehen haben. Aber meine Computermacho weiss sich bei mir einzuschmeicheln. Beim Umzug war er äussert geduldig, hat Fehler grosszügig wortlos hingenommen und meine Anweisungen grosszügig geschluckt. Den ganzen Umzug lang waren wir ein verschworenes Team. Wir waren uns nicht immer einig. Waren meine Befehle unlogisch, hat sich Macho-Computer geweigert. Aber ganz Kavalier hat er mir dutzende neue Chancen eingeräumt und mich statt mit Rosen mit wunderbaren Lösungen belohnt. Lösungen die nicht welken, sondern neue Blüten treiben.
Aber undankbar wie Frauen nun mal zu sein scheinen, sehe ich nach diesem Marathon-Umzugs-Wochenende die gravierenden Macken meines Computer Machos. Nach stundenlangem Arbeiten fielen wir in den frühen Morgenstunden in tiefen Schlaf. Er auf dem Tisch, vom Strom befreit und unter dem Kissen versteckt, damit er etwaige Katzenangriffe kratzerlos überlebt und ich auf dem Sofa, verwinkelt und zerdrückt. Erholsam ist so ein Schlaf nicht. Zumindest nicht für mich, wie der morgendliche Blick in den Spiegel zeigt. Definitv sieht eine Frau nach einer verbrachten Nacht mit einem Computer-Macho deutlich weniger gut aus, als wenn zweibeiniger Macho Frau glücklich macht.

Ich bin kein Star, holt mich nicht raus..Heida Berts Kolumne fern vom Dschungelcamp

27 Jan Sketch19122536

Moderationsdesaster: fehlende Sympahtie, die sich mit Zeitlupentempo paart hat die bisher brillant-witzigen und spitzügigen Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich vom Erfolgskurs abgebracht.TEIL 3

Sketch19122536Sie sind halt auch nur Menschen, wie ihre „Opfer“ im australischen RTL-Dschungslcamp. Lästern funktioniert am besten, wenn wenig Gefühle involviert sind. Deshalb versagt Sonja Zielows unterhaltsames Lästertalent bei zwei Kandidaten kläglich. Weil die Moderatorin Dschungelkandidation Maren Gilzer mag, wird lästerfähiger Stoff kurzerhand übersehen. Marens aufflackerndes „ich bin schon berühmter als…“ ist bedeutend, weil sonst nicht viel kommt und sagt alles über ihren Traum zur Promi-A-Serie aufzusteigen. Ein Traum, den natürlich alle Kandidaten hegen. Blöd nur, wenn sie weiter vor sich hin träumen, statt ihre Zuschauer zu unterhalten. Die Kandidaten sind in dieser Staffel eindeutig geizig geworden. Läster-liefernder Stoff ist Mangelware. Walter Freiwald mag Sonja Zielow überhaupt nicht. Ganz schlecht für den nörgellustigen Kampbewohner – oder vielleicht nicht? Während alle noch von der Dschungelkrone samt dem damit verbundenen Medien-Sonnenschein träumen, liefert aktuell nur noch Walter etwas Stoff für die wahrscheinlich schon stoff-diät-geplagten RtL-Redakteure vor Ort. Aber Sonja Zietlow mag Walter nun mal nicht und deshalb haben die redaktionsgesteuerten Bemühen, Walter möglichst weit von der Dschungelkrone zu trennen durchaus Unterhaltungswert.

Kurzum, diese Staffel steht im Zeichen der Diät. Neu ist, dass diesmal nicht nur die Kandidaten hungern, sondern auch die Redaktion. Der Countdown läuft: Als Strafe für den nicht gelieferten Unterhaltungswert spart das Lästerstoff-hungernde RTL-Redaktionsteam an Sternen. So hungern halt alle, was an sich nicht schlimm ist, wären da nicht Millionen unterhaltungshungernde TV-Zuschauer, die vorzeitig die Dschungelcamp-Diät abbrechen und sich hungrig auf die Konkurrenzsender stürzen. Immerhin, noch nie war sich die Dschungelcamp-Fangemeinde so einig: diese Staffel ist ein dringender Fall für quotenauffrischende Wiederbelebungs-Massnahmen.

Ich bin kein Star, holt mich nicht raus..Heida Berts Kolumne fern vom Dschungelcamp

20 Jan Sketch19122536

Zwei starke Mädels und ein endlich glücklicher Abenteurer haben gestern gleich dreifach positiv unterhalten. TEIL 2

Sketch19122536Tapfer und absolut natürlich mädchenhaft hat sich Angelika Heger durch die tierbestückte Unterwasserwelt getraut. Meine Hochachtung, denn in eine Wasserhöhle zu steigen, Luft anhalten und sich dabei von einem reichlichen Sammelsurium von Tieren nicht aus der Ruhe bringen zu lassen ist eine dreifache Glanzleistung. Insofern hat sie mich eines Besseren beleert und ich ersetze mein „und auch nicht viel mehr“ (Zitat aus Folge 1: „…Angelina wirkt daneben einfach süss, aber nur süss und auch nicht viel mehr…“) durch „ und ein tapferes Mädchen“, das ungeschminkt auch so wirkt und zeigt, dass es in seine manchmal reichlich aufgetragene Schminke erst noch hinein wachsen muss. Tanja Tischewitsch, macht wirklich aus Nichts etwas, etwas Besonderes; sie mischt aus einen Schuss Naivität, viel Optimismus, einem Spritzer Selbstvertrauen und einer unglaublichen Portion Leichtigkeit einen Cocktail, der seine Nachahmer sucht und Herzen lachen lässt. Endlich glücklich ist Jörn Schlönvoigt über seine Nominierung zur Dschungelprüfung. Er bekommt sein Abenteuer und das scheint ihm wichtiger, als Tratsch und Verrenkungen vor dutzenden von Dschungelkameras. Schlau, denn bisher kommt er auf seine Erlebenslust-Kosten und muss sich keine Sorgen über Imagekosmetik oder sogar Notfall- Imagechirurgie nach seiner Rückkehr machen.

Eine Dschungel-Prüfungsopfer wird es in dieser Staffel wohl nicht geben. Sarah hat ja das Lachen verloren und Angelina hat es zu perfekt gemacht. Mal sehen, welcher der Kandidaten es schafft, seine Dschungelprüfung in eine unterhaltsame Show zu verwandeln. Aber die Messlatte hat Larissa Marolt bei IBES 2104 mit ihrer Champagnerflaschen-Aktion in Ekelgeziefer-Begleitung sehr hoch gesteckt. Heute dürften der – noch – schlummernde Zornvulkan Walter Freiwald mit einem zu allem bereiten Jörn Schlönvoigt für ein Tratschhoch sorgen.

Ich bin kein Star, holt mich nicht raus – Heida Berts Kolumne fern vom Dschungelcamp

19 Jan Sketch19122536

Elf Mitmach-Möchtegern- und Bindochschon-Stars auf Positionierungssuche im RTL-besetzten australischen Dschungel

Sketch19122536Seit drei Tagen bin ich jetzt drin. Und das viel exklusiver als sämtliche Mitmach-Möchtegern- und Bindochschon-Stars. Wie viele Millionen Menschen in Deutschland habe ich von RTL ein Gratis-Mitmach-Ticket erhalten. Der Deal ist einfach: Dschungelcamp schauen, mindestens einmal am Tag und das zwei Wochen lang. Der Deal hat durchaus auch eine soziale Komponente: mein Einschalten hilft die Einschaltquote hoch zu halten, was wiederum das Gehalt der vielen RTL-Australien-Mitarbeiter sichert und den elf Mitmach-Möchtegern- und Bindochschon-Stars ein finanziell sorgenfreies 2015 garantiert.

Meine gute Tat belohnt RTL mit reichlich Stoff für Ratsch und Tratsch. Ich darf mitten im Dschungelcamp sein, bin vertraglich nicht gebunden, habe keine Kamera im Rücken und somit frei und unberühmt genug, den Ratsch- und Tratsch-Stoff in eine bunte Kollektion zu verwandeln. Heida Bert bedankt sich beim RTL-Dschugelcamp 2015 Team für die grosszügige und kostenlose Mitarbeit!

Weshalb ich erst jetzt nacht drei Tagen in die Tasten klopfe hat einen einfachen Grund: ich wäre fast ausgestiegen, obwohl ich am Freitag brav und vorfreudig samt Notizblock vor meinem museumsreifen aber unglaublich bildscharfem Röhrenfernseher sass. Aber die elf Mitmach-Möchtegern- und Bindochschon-Stars haben es tatsächlich geschafft, mich wortlos zu machen. Meine Lästerattacken waren nicht schreibreif, weil inhaltlich so langweilig wie die hoch bezahlten Hauptakteure. Aber das ist ja das Spiel. Am Anfang steht die Positionierung und niemand sollte es den armen hochbezahlten Kandidaten verübeln, dass sie damit doch sichtlich überfordert sind. Das wären Sie auch, liebe Leser, wenn Sie mitten im australischen Dschungel die erfolgsbringende Position finden wollen, die Ihnen daheim abhanden gekommen ist.

Allerdings bin ich über die Positionierungsversuche doch etwas verwundert, denn diese sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt. So sehen das nunmal die Spielregeln vor und die IBES-Redaktion hat dafür zwei hoch kompetente Spielführer engagiert: Die beiden Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich sind spitzzüngige Dschungelprofis und Meister des Dschungel-Schachs. Unterstützung bekommen sie von einem Kamerateam, das filmt was es will und schneidet, was es nicht will. Und dann liebes Mit-Publikum, kommen wir noch mit unserer gar nicht so frei wie gedachten Abstimm-Meinung ins Spiel. Aber gerade das ist die eigentliche Herausforderung des grossen IBES-Spiels: Welcher Mitmach-Möchtegern- und Bindochschon-Star wird Manipulations- und damit Königin oder König des Dschungels?

Noch hat keiner der Kandidaten mein Sympathie-Barometer nach oben getrieben. Wie sieht es bei Ihnen aus? Da ist Sarah Kulka, die sicherlich weitaus reifer im Leben steht als Angelina Heger. Aber mich erstaunt doch, welch motziger Gesichtsausdruck dieses junge Gesicht beherrscht. Ich hätte ihr den Luxusartikel „Lachen“ empfohlen; stärkt die Gesichtsmuskeln und erhellt die Zukunftsaussichten. Bevor Sarah daran denkt, wie sie bei anderen ankommt, sollte sie erstmal bei sich selbst gut ankommen. Angelina wirkt daneben einfach süss, aber nur süss und auch nicht viel mehr. Bei Maren Gilzer spekuliere ich, dass sie in den nächsten Jahren einiges an Erfahrungen machen und das Dschungelcamp erst der Auftakt sein wird. Die langjährige Beziehung zu einem deutlich älteren Mann hat in ihr das Mädchenhafte konserviert und wenn jetzt noch eine Rassefrau in ihr schlummert, dann darf sie sich auf anregende Jahre freuen. Bei Rebecca Siemoneit-Barum frage ich mich, warum das sportliche Artistenmädchen verschwunden ist. Ob sie dem wohl nachtrauert? Patricia Blanco scheint recht Tochter-Frust-gefesselt und sollte statt der Opferrolle mal die Macherrolle testen. Nicht einfach, aber eine grosse Chance und dabei darf getrost beim Jungvolk wie Tanja Tischewitsch abgespickelt werden. Die macht einfach mal drauflos und macht aus Nichts immerhin Etwas.

Zu den sechs Damen paaren sich fünf Herren, die bisher noch ziemlich irritiert ihr Dschungels-Profilierungsprofil suchen. Walter Freiwald erntet aktuell viel Kritik, aber er erntet immerhin schon. Davon sind seine Mitstreiter weit entfernt. Und Walter hat ein Päckchen zu tragen, das schwerer ist, als das seiner jüngeren Dschungelcamp-Mitbewohner. Walter hat zu viele Jahre lang im grossen Fernsehspiel mitgespielt und trauert einer Scheinwelt nach, in der er schwerlich noch eine Chance hat. Weshalb macht er sich den Stress? Statt Scheinfreundschaften nachzulaufen, könnte er seine Rente mit der Ausbildung scheinweltferner Menschen aufbessern. Jörn Schlönvoigt ist jung und träumt von mehr, nur von was? Aurelio Savina und Benjamin Boyce stehen im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Dschungel und vermutlich werden die beiden mich wenig überraschen. Bleibt noch Rolfe Scheider, sicherlich nett, sehr nett und wehe dem, den er nicht nett findet.

So mein kurzer Rundumschlag und vielleicht fragen Sie Sich, weshalb ich mir hier die Mühe mache und mit Handschuhen bestückt in die Tasten klopfe? Die Antwort steht in der Überschrift: Ich bin KEIN Star, also schreibe ich – zumindest manchmal – über Stars;-)

Wenn Erfolg und Zufriedenheit zu Mann und Frau werden

12 Mai

Erfolg und Zufriedenheit belegen in der Hitliste der begehrtesten Wünsche die obersten Plätze.

Deshalb wird das prominente Wortpaar rundum beleuchtet und analysiert. Jeder will ihrem Geheimnis auf die Schliche kommen. Wer die Begriffe googelt, dem schlägt Google rund 10 Millionen Seiten zur munteren Geheimniserkundung vor. Von wissenschaftlich bis populär ist alles vorhanden. Allerdings habe ich bisher erst eine Seite gefunden, auf der DER Erfolg und DIE Zufriedenheit kurzum zu Mann und Frau gemacht werden und die es damit schafft, humorvoll und durchaus tiefgreifend das Paar Frau Zufriedenheit und Herr Erfolg näher kennen zu lernen.

Der Artikel erscheint auf riefler-coaching.com  –  hier der direkte Link:

Ein verflixtes Paar: Erfolg und Zufriedenheit und die hohe Kunst, sie (und sich) zu trauen

Dialog versus Drohungen @Ukraine

17 Mrz

Die Krise in der Ukraine birgt durchaus Chancen, sofern alle Politiker am Verhandlungstisch sich an die Gesetze exzellenter Kommunikation halten.

Ranghohe Politiker sollten sich die Basis exzellenter Kommunikation verinnerlichen, bevor sie aufs internationale Verhandlungsparkett drängen. Statt  Austausch von eigenverliebten Drohungen sollte sie an einer ernstgemeinten Dialogbasis arbeiten. Oder haben die Politiker vergessen, dass sie im Dienste Millionen Menschen stehen? Beim Verfolgen der Nachrichten bleibt ein übler Nachgeschmack. Scheinbar leichtfertig spielen Politiker mit dem Feuer, das durchaus einen Krieg entfachen kann. Ein Szenario, dass für Millionen von Menschen böse Konsequenzen hätte. Dabei ginge es auch anders, aber das erfordert die hohe Kunst des Verhandelns und diese steht leider nicht im Lebenslauf der meisten Politiker.

Wer verhandeln will, muss Wissen und Respekt verinnerlicht haben. Zum Beispiel das Wissen über den Werdegang Vladímir Putins. Wer kennt seine Beziehung zu seinen verstorbenen Brüdern? Wer weiss um seine Gefühle und Schuldzuweisungen, die in den Nachwirkungen des Nazi-Regimes wurzeln könnten? Wer hat sich mit seiner 1975 veröffentlichten Tesis beschäftigt. Wer schätzt die ungeheure Disziplin und Gerissenheit, dieses körperlich nicht sehr grossen Machtmenschen? Eines ist sicher, Putin kennt die Antworten auf ähnliche Fragen seine Kontrahenten betreffend. Und hier liegt sein entscheidender Vorteil. Er hat Informationen und wertet diese aus. Eine Tatsache, die ich bei manch westlichem Politiker bezweifele. Wissen wird durch Vorurteile ersetzt und Respekt von Arroganz verdrängt. Denn auf politischer Ebene sollte es nicht darum gehen, alte Feindbilder warm zu halten sondern einzig und allein darum, Menschen und Völker zu verbinden.

Nun mal ehrlich – was ist das logische Handeln eines Menschen, der mit Drohungen konfrontiert wird? Er droht zurück oder schlimmer noch, er handelt einfach, weil er die Drohungen längst vorher gesehen und eingeplant hat. Insofern sind meiner Meinung nach alle derzeitigen Verhandlungen reine Zeitverschwendung und zum Scheitern verurteilt. Dabei gäbe es durchaus eine Möglichkeit, sich als würdevolle Vertreter vieler Millionen Menschen zu beweisen und neue Wege zu gehen:

  1. Respekt, Respekt und Respekt! Vertrauen in das menschliche Potential, das JEDER hat und positiver Umgang miteinander. Das kann geschult werden und funktioniert!
  2. Hintergründe und Absichten hinterfragen und auf den Tisch legen. Wichtig: Ärger hat hier nichts zu suchen!
  3. Kompromiss-Bereitschaft. Es gibt keine Lösung, die optimal ist. Aber eine, die für den Grossteil der Menschen akzeptabel ist. Hier gilt es flexibel zu sein und sich auch so verhalten.
  4. Verantwortung übernehmen – sollte nicht schwierig sein!
  5. Lernen und nochmals Lernen: Ohne Lernen geht es auch auf politischer Ebene nicht. Hier kann jedes Schulkind helfen.
  6. Medien: Statt Hetzen (auch wenn sich dieses besser verkauft) besser Verständnis vertexten.

Allein wenn der erste Schritt glaubwürdig umgesetzt wird, und sich JEDER am Verhandlungstisch respektiert fühlt, ist der Weg für positive Entwicklungen geebnet.

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